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see

Es ist Sommer und immer im Sommer um diese Zeit denke ich daran zurück, wie wir 19 waren und durch Wiesen und Wälder gefahren sind und davon geträumt haben, in die Großstadt zu ziehen. Ich denke daran, wie wir unseren Führerschein bestanden haben (na gut, ich erst nach dem fünften Anlauf), wie wir an den geheimen See fuhren und dort ganze Tage, Nächte, ganze Sommer verbrachten. Ich denke daran, dass um uns herum eigentlich immer sehr viel Wald war, sehr viel Wiese, sehr viel Himmel. Heute kommt es mir vor, als seien wir eigentlich immer draußen gewesen.

Ich erinnere mich an unseren ersten Vollrausch, an das Lachen über den ersten Kuss und an das Schwänzen, an das Bier im Park und an die ersten Tränen wegen einer Liebe, von der wir damals manchmal mehr verstanden haben, als heute – bloß haben wir das nicht gewusst. Ich denke an unsere Fahrräder, an unsere Hände, an unsere Beine in der Sonne, ich denke an offene Fenster, während ich meinen Arm in die Nachtluft hielt und mich gefragt habe, wie lange wir uns wohl alle noch kennen werden.
Ich denke daran, wie wir uns unser Leben in 10 Jahren vorgestellt haben. Wie wir von WGs träumten, von Büchern und Liebschaften, von den Nächten, in denen wir endlich einmal tanzen gehen können, ohne, dass um zwei das Licht angemacht wird. Ich denke daran, wie wir uns uns selbst vorgestellt haben: unsere erwachsenen Ichs, unsere Ichs, die in eine eigene Wohnung ziehen, eigene Leben haben, an Küchentischen mit Fragen hadern, mit der Telefonrechnung und dem Briefkasten, mit dem Ich, das nicht versteht, warum immer der Falsche einfach geht.

Ich denke an die Jahre danach, an das Taumeln und das Fallen, vor allem aber an das Finden von Plätzen, die wir Zuhause nennen können. Ich denke an die Verluste und an die Tränen, an die Erfolge und an uns, wie wir uns in den Spiegeln der Welt älter werden sahen. Ohne, dass wir verstanden hätten, dass es so, genau so am Ende sein wird: ohne großen Knall und ohne Konfetti, ohne plötzliche Erkenntnis. Die Jahre schleichen sich durch unsere Lebensläufe, durch Studiengänge und Wahlheimaten, durch Sehnsüchte und Ängstlichkeiten. Damals dachten wir noch, dass wir eines Tages aufwachen und plötzlich Erwachsene sind. Dass das einfach mit uns geschieht. Wie sehr wir Recht damit hatten und wie sehr wir uns geirrt haben.

Ich denke an die letzten zehn Jahre und an all unsere Kämpfe, an das Warten und das Aufgeben, an das Verstecken und das Schreien. Ich denke an uns und dass wir ganz anders sind, als wir immer dachten und dass das eigentlich viel besser ist als das Gegenteil. Ich denke daran, wie sehr wir geliebt haben, wie viel wir schon geschafft haben, wie viele Male wir aushielten, was nicht festzuhalten war, wie oft wir gelacht haben, getanzt und gevögelt, gezittert und geschwommen, losgelassen und verloren, angekommen und ganz verzagt, gesucht und gefunden haben. Ich denke daran, dass wir vielleicht nicht die geworden sind, die wir werden wollten, aber dass wir genau die sind, die wir sein sollten.

Jedes Mal, wenn ich den Fuß das erste Mal in einen kalten See setze, dann denke ich an dich, an euch, an uns alle. An unsere Nachmittage mit Cola und Chips, an unsere Abende mit billigem Sekt und geklauten Kippen von der Tanke. Ich denke daran, dass ich sehr glücklich war, ohne es zu ahnen. Und ich hoffe, dass wir das heute ein bisschen besser können, das Ahnen von Glück, wenn es da ist. Aber wenn ich es mir recht überlege, dann bin ich mir ziemlich sicher, dass wir ganz gut darin geworden sind.
Alles Gute zum Geburtstag, auf uns, auf die letzten zehn Jahre, auf unsere Ichs, die so oft eigentlich keinen Tag älter als neunzehn geworden sind. Auf den See und jedes Meer der Welt, auf unsere bescheuerten, wilden Herzen und auf die Hand, die deine jetzt nachts hält.

Bliss

 

 

EINS
In der Ecke sammeln sich die Staubflusen und im Kopf ist eine Regenfront. Die zieht seit einer Woche durch, da kann man nichts machen, außer zu versuchen, den Kopf immer schön gerade zu halten, damit nicht ständig etwas aus den Augen herausschwappt. Ein bisschen lächerlich, solche Metaphern, aber am Ende des Tages deckst du dich damit zu. Und mit anderen tröstlichen Gedanken. Zum Beispiel, dass das bestimmt alles so sein muss. Das sagen die anderen doch immer: Das ist alles schon so vorgesehen. Du denkst, dass das bedeuten würde, dass da draußen irgendwo eine unsichtbare Karte liegen muss, auf der schon alles steht. Wäre ziemlich gut für dich, würdest du die finden. Dann müsstest du nicht immer auf den Kopf und aufs Herz fallen, während sich die anderen bloß lustige Pflaster auf ihre Knie kleben.

ZWEI
Die große Narbe an deinem Bein hast du, weil du als Kind über eine sehr kleine Mauer springen wolltest. Fünfzig Mal, hast du dir vorgenommen. Irgendwann in den Zwanzigern bist du dagegen geknallt. Dein Schienbein ist aufgesprungen und du hast den Knochen darunter gesehen. Du hast gleich gewusst: Das ist jetzt gar nicht gut. Du hast geschrien und dein Vater hat dich ins Haus getragen. Du hast geweint und dein Vater hat gesagt: Das verheilt von selbst, in zwei Wochen ist alles wieder gut.
An diesem Tag hast du verstanden: Kleine Mauern können die schlimmsten sein. Und alles verheilt nach zwei Wochen.

DREI
Neuerdings hören die Nachbarn keinen Techno mehr. Dafür haben sie wieder Sex. Du nimmst dir manchmal die Latte von dem alten Bett, das du in einer wütenden Nacht zerschlagen hast, und rammst sie in die Decke. „Fickt euch“, schreist du dabei.

VIER
Und dann setzt du dich auf dein Bett, die Hände vor deinem Gesicht, und versuchst zu schluchzen. Das muss doch irgendwie gehen, denkst du und strengst dich wirklich an. Aber im Grunde bist du nicht traurig, sondern einfach nur wütend. Und Wut macht meistens keine Tränen, sondern bloß Bauchschmerzen. Das Rezept deiner Idiotie:

- 1000 Gramm Wollen
- 700 Gramm Zu viel Wollen
- 135 Liter zähe Zeit aus warten und warten und warten
- Eine Prise Aber ich habe doch gedacht, dass…

Das Ganze in den Mixer, dann schön hochkochen lassen und fertig ist das Drama, guten Appetit, verficktes Herz.

FÜNF
Du schreibst eine letzte Nachricht und löschst sie wieder.
Du schreibst noch eine und löschst sie wieder.
Du wünscht dir, dass du Musikerin wärest, dann würdest du jetzt das traurigste Lied der Welt schreiben und es auf allen großen Bühnen dieser Welt singen. Man sähe dich und wäre ganz entzückt, ach, schau mal an, ist das nicht hübsch, ein trauriges Mädchen, das sich in den falschen Mann verliebt hat, die müssen wir gleich retten, indem wir alle ihre Platten kaufen und sie sich mit Geld und einem Personal-Trainer trösten kann. Toll!

SECHS
Du hast seit Tagen nicht richtig gegessen. Du gehst in den Supermarkt und kaufst Obst und Gemüse, Joghurt und Wein. Du rührst nichts davon an. Du sitzt an deinem Küchentisch und weinst endlich. Alles verheilt nach zwei Wochen. Aber Papa wusste bestimmt auch nichts von ihm.

Die Grammatik der Liebe Oder: Kein Drama, Baby.

 

1. Person Singular

Ich brenne, ich tobe, ich zittere, ich stolpere, ich mache das Fenster jetzt zu. Ich habe mich aus den Augen verloren, während ich in anderen nach etwas gesucht habe, das ich mir durchs Herz ziehen kann, einmal kurz nicht aufgepasst und schon war es durch die Membran meiner Ängstlichkeiten eingedrungen, denn…

2. Person Singular

… du bist so lächerlich schön. Du bist so wunderbar arrogant, so verloren und verzweigt, so viele Momentaufnahmen in RGB, Sättigung bei 3 Prozent. Du bist, was ich bin (dachte ich), du bist, was ich nicht bin (weiß ich jetzt), deine Augen brennen, deine Worte fallen auf meinen Mund, während ich die Lippen öffne und du sagst:

 3. Person Singular

„Es ist doch nicht so schlimm.“

Und sie sagt: Woher weiß ich, wann es schlimm ist, wenn sich jetzt wie schlimm anfühlt, aber du sagst, es sei gar nicht schlimm.

Und er sagt: Du wirst es schon wissen.

Und sie sagt: Aber ich kenne mich nicht mehr aus. Nicht in mir und überhaupt gar nicht mehr. Ich stolpere bloß so rum, halte mich manchmal an irgendwem fest, bis ich davon müde werde und einfach wieder loslasse. Ich lese die Spam-Mails, in denen mir der perfekte Partner versprochen wird. Ich will nicht, dass das Spam ist, ich will, dass das wahr ist. Dass das mit den Kugelmenschen sein kann, dass wir alle mal Kugeln waren und irgendwo da draußen einer ist, den man nur finden muss, damit man aufhört, sich ständig an den Ecken dieser Welt zu stoßen und nur noch herumrollt wie so ein bescheuertes Pärchen, das man nie sein wollte, aber ja doch irgendwie, weil das ja am Ende doch schön ist, auch, wenn man dann alte Freunde trifft und solche Sachen sagt wie „Wir haben heute keine Zeit, wir wollen einen Fisch zubereiten.“

Er schweigt.

Sie sagt: Ich dachte,

1. Person Plural

wir wären irgendwie mehr. Wir wären die, über die die anderen nachher Geschichten erzählen. Solche, die mit „Ich kenne da aber zwei…“ anfangen und mit etwas aufhören, bei dem alle zu Boden schauen und denken: Das ist so lächerlich romantisch, warum kriege ich immer nur die beschissene Realität?

Ich habe geglaubt, dass wir aus Konfetti sind, unsere Worte aus Knallerbsen, unsere Köpfe aus Dynamit. Ich dachte, dass wir brennen würden und dass wir niemals voreinander weglaufen werden und dass wir ganz süchtig nacheinander sind und scheiß auf Biochemie, this is love, this is love.

 2. Person Plural

Ihr müsst zugeben, dass ihr alle genau das wollt, sagst du in der Nacht, betrunken und müde, auf einem Bordstein sitzend, während die Scheinwerfer der vorüberfahrenden Autos dich blenden. Ihr müsst zugeben, heulst du, dass ihr doch alle genau das wollt. Eine Liebe, die ruiniert, ein Herz, das aus dem Körper auf den Boden fällt, durch den Mund, der plötzlich Dinge sagt wie: Ihr müsst doch wissen, dass jeder am Ende auf sich selbst reinfällt. Ihr müsst doch jetzt mal ehrlich sein, so ehrlich wie es nur geht: Jeder von euch will doch jemanden, der ihn liebt.

3. Person Plural

Es waren einmal zwei, die sich fanden und verloren, die übliche Geschichte: süße Früchte, die zu schnell vergoren. Sie fanden sich in einem dunklen Wald und schickten sich Leuchtraketen, die Nacht war hell, die Augen dunkel, so hübsch war das und der ganze Wald munkelte schon von einer neuen Allianz, bis der Morgen kam und einer der beiden verschwand, denn was am Ende blieb, war bloß Schweigen und wenig Trost, denn sie blieben, was sie sind: die eine Fuchs, der andere Albatros.

 

Wer sich nicht bewegt wird auch nicht bewegt

 

 

ohhibordstein

 

 

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Bist du nicht müde von der ganzen Rennerei? Ständig läufst du durch Straßen und Schluchten, über Böden und Nägel, schleppst dich weiter (weiter, weiter), weil das doch so sein muss, das haben sie doch gesagt: das musst du machen, los, lauf schon los, wer sich nicht bewegt wird auch nicht bewegt und da sind doch ohnehin schon viel zu viele Dinge, die einfach immer mit dir passieren.

Dein Atem.

Dein Herzschlag.

Dein Schweiß nach einer weiteren schlaflosen Nacht.

Der letzte Blick eines Menschen, der jetzt verschwindet, siehst du, er geht einfach, siehst du, da ist er schon kaum noch zu sehen, siehst du es, sieh hin, siehst du, jetzt kannst du ihn schon nicht mehr sehen.

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Bist du nicht müde vom Ärmel-hoch und Kopf-gerade, vom Alltagsmaskenball und dieser lächerlichen Scharade, alles in schwarz-weiß, bloß du bist in Farbe.

Bist du nicht müde vom Bier und von den Kippen, von den Nächten und den Klippen jener Abgründe, an die du dich treiben, an denen du dich reiben willst, während du doch bloß betäubst, was nicht verheilt und dir wünschst, dass mal jemand anderes deinen Namen schreit, als immer nur du selbst, wenn du mal wieder vergessen hast, wie du heißt, weil du dich immer nur beeilst, möglichst schnell noch weiterwillst, vielleicht ist da hinten ja endlich etwas, das diesen verfluchten Hunger stillt.

Bist du nicht müde vom Hoffen und Beben, vom Zetern und Zittern und Bücken und Davonstehlen, bist du nicht müde vom Verlieren in anderen Augen, vom Wegschauen, vom Hinsehen, vom Funktionieren, vom Taugen? Bist du nicht müde vom Warten und vom Klicken, vom Hassen, vom Verlieben, vom Ficken, bist du nicht müde vom Seufzen und vom Beschweren, bist du nicht müde von der Leichtigkeit und vom sich alles selber Erschweren? Bist du nicht müde vom Tanzen und vom Sitzen, vom Angstschweiß und vom ständigen Überhitzen deiner Amygdala, vom nicht-schlafen-können und vom immer-überall-aber-nie-richtig-da?

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Bist du nicht müde vom Boden und vom Liegen, vom Durchhalten und vom noch-mal-die-Kurve-kriegen? Bist du nicht müde vom Kriechen auf allen Vieren, vom Finden, vom Suchen und alles wieder verlieren? Bist du nicht müde, dann hast du vielleicht schon aufgehört, hast dich verkrochen und alles weggefühlt, was nicht mehr zu dir passt, dann hast du es vielleicht geschafft und bist endlich da, wo dich jeder mag: Kein Drama, Baby, du hast alles richtig gemacht.

Vielleicht bist du aber auch an manchen Tagen zu müde, um aufzustehen, zu weit weg, um noch hinzusehen, vielleicht bist du ja der, der sich verliebt hat in fremde Augen und Bisse auf Lippen, in drei White Russian zum Mitnehmen und Runterkippen. Vielleicht bist du ja der, der stolpert und fällt, sich den Mund verbrennt, weil er einfach die Fresse nicht hält. Vielleicht macht dich all das so schlaflos, dass du es kaum erträgst, atemlos und leergefegt, aber wer am Ende die Arme hebt, Konfetti im Kopf und Feuerwerk im Bauch, wer am Ende noch zittert und schreit, das bist du, mit deinem dummen, wilden Herzen – schon wieder zu allem bereit.

“Selbstverständlich hasse ich meinen Körper!”

Ich denke gerade oft und viel über das Selbst-Verständnis (in diesem Fall tatsächlich nicht “Selbstverständnis” sondern das Verständnis für sich und den eigenen Körper) der Damen nach. Und warum so viele meiner wunderwunderwunderschönen Freundinnen ihre Begierden, ihren Körper oder Teile von ihm so sehr ablehnen. Ich habe viele Bücher darüber gelesen. Die meisten waren niederschmetternd: Selbsthass und das Gefühl des “Imperfektionismus” sind uns so sehr eingebläut und anerzogen worden und werden uns täglich (und da sogar insbesondere durch das eigene Geschlecht) wieder und wieder in Erinnerung gerufen.

Als ich im letzten Jahr 20 Kilo Gewicht verlor waren die häufigsten Sätze, die ich hörte “Hast du abgenommen? Du siehst so gut aus.”. Ich ärgerte mich maßlos darüber, weil mir auffiel, dass selbst unter uns Frauen diese beiden Sätze beinahe unmittelbar zusammenzuhängen scheinen – abnehmen und gut aussehen. Dabei veränderte sich NICHTS, außer, dass ich einfach Gewicht verlor. Kein neues Gesicht, kein neuer Körper, keine anderen Brüste, Lippen oder Augen.

Mittlerweile bin ich sehr entspannt mit meinem Körper. Er hat Dellen, Streifen und Narben? Mir doch egal. Er kann trotzdem laufen, schlafen, essen und sich gut anfühlen. Bis ich so weit war, musste ich durch viel Selbsthass und Selbstgeißelung. Und bin – wie so viele andere Frauen – noch immer nicht so weit, dass ich ihn völlig ohne Scham empfinden kann.

In den letzten Wochen (es wird wieder Sommer) habe ich mit vielen Freundinnen gesprochen. Ich habe sie und ihre wunderbaren Körper beobachtet und ihren Umgang damit. Das unten stehende Video spiegelt sehr genau ihre Meinungen über sich wieder. “Ich bin fett, hässlich, total unperfekt, da ist diese Stelle, da ist dieser Arsch, diese Brüste, oh Gott diese Brüste, ich habe Cellulite, ich habe Angst, kurze Hosen zu tragen, ich habe Angst im Freibad, ich will nicht, dass mich jemand so sieht, ich habe zwei Kilo zugenommen, ich habe acht abgenommen, es ist ja bald Sommer” waren nur ein paar der Aussagen, die mich jedes Mal ein bisschen trauriger zurückgelassen haben.

Sicher: Einige Kosmetikfirmen fordern uns auf, unsere Körper zu feiern. Ich will meinen Körper aber nicht feiern, ich will ihn nur nicht hassen. Und ich will nicht, dass andere mir beibringen, ihn zu hassen und ihn als Lebensaufgabe zu begreifen, die ich nie vollenden kann. Es ist okay, dass er ist, wie er ist, mit all seinen Haaren, Dellen und Wehwehchen. Er ist MEIN Körper. Dafür muss er nicht gefeiert werden, aber auch nicht gehasst. Das nun wirklich nicht.

Ich will ihn nicht als Körper an sich feiern, sondern lieber das, was ich mit ihm machen kann: tanzen, lachen, Gutes essen (viel davon bitte!), beben, zittern, vögeln und rennen, berühren und schlafen, heulen und atmen. Ich will diese Dinge feiern und dass ich einen Körper habe, der all das mit mir erlebt. Ich bin wunderschön und sexy und toll – egal, ob mit 20 Kilo mehr oder weniger, egal, was ich trage, wie ich gehe oder stehe. Unseren Kopf und das schlagende Ding in unserer Brust sind das, was wir feiern sollten und unsere “Aufgabe” sollte nicht sein, den verdammt straffesten Arsch oder die reinste Haut zu haben – sondern zu lernen, dass wir die Sicht derer nicht übernehmen, die uns vom Gegenteil überzeugen wollen.

Das Video: Embrace