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Archiv für den Monat Januar 2011

Ich bin noch ein bisschen aufgeregt und habe rote Wangen ob all der Glückwünsche und des phänomenalen Ergebnisses (26 Prozent, ihr seid ja verrückt!), aber ich darf verkünden: drueberleben ist BLOG 2010 bei der Mädchenmannschaft geworden, gefolgt von dem zweiten Platz, den Anke Gröner belegt und Antje Schrupp auf dem dritten Platz! Und hier könnt ihr euch alle Nominierten noch einmal ansehen (Perlen!).

Ich muss bestimmt gar nicht extra erwähnen, wie sehr ich mich freue, mache es aber trotzdem. Und obwohl das hier keine blöde Rede ist, möchte ich ein paar Menschen mal danken, die in den letzten Wochen und Monaten eine Menge dafür getan haben, dass ich trotz einiger ekliger Widerstände nicht den Mut verloren habe, weiterzuschreiben und weiterzumachen.

Ich danke Smilla Dankert von anders-anziehen für die Erwähnung von drueberleben und für die vielen freundlichen und aufbauenden Worte. Ihr solltet sie, ihren Blog und ihre Bildergeschichten ganz dringend anschauen und lesen!

Ich danke den beiden wunderbaren Menschen vom Affekt-Blog, die so schöne Worte gefunden haben, die ich selber schon sehr lange lese und die für jeden Hamburger, für jeden Kulturinteressierten und jeden, der sich gerne schöne Sachen ansieht sowieso ein MUSS zum Lesen sind.

Danke danke danke für so viele aufbauende Gespräche, liebe Nadia Shehadeh, für den tollsten Musik-Adventskalender aller Zeiten und fürs Schimpfen auf blöde Menschen!

Außerdem (und bestimmt sehr interessant und lesenswert für euch) muss ich ganz dringend den lieben Menschen von frnd.tv einmal Danke sagen, die mir erstens so viele gute Tipps gegeben haben und deren Arbeit einfach beweundernswert und toll ist. DANKE!

Außerdem Küsse und <3 an:

Marcel

Kai

André

und

Mischa

fur Gespräche, Problemlösungen, Erwähnungen, Tröstungen, Nachhilfe im Nerd-ism und sowieso alles.

Am allerallermeisten danke ich euch allen natürlich, dass ihr jetzt schon seit beinahe vier Monaten hier mitlest, kommentiert, kritisch seid, hinterfragt, mir Emails schreibt, da seid, helft und Tipps gebt. Das hat mir in den letzten Monaten unglaublich viel und oft den Rücken gestärkt und das ist toll und wunderbar und alles. DANKE!

Und jetzt: SEKT!

Sich verabschieden, eine schwierige Sache, wenn man bedenkt, dass meistens davon ausgegangen wird, dass man sich bloß von Dingen verabschieden sollte, die nicht mehr gut, tragbar oder aushaltbar sind. Dass wir uns permanent auch von Dingen verabschieden müssen, die wir eigentlich noch ganz gern haben, die wir eigentlich noch behalten wollten, die wir eigentlich noch mitnehmen wollten, das ist die andere Seite des Abschieds. Eigentlich verabschieden wir uns sogar permanent von Dingen, die beide Seiten beinhalten: sie sind nicht mehr wirklich gut, aber trotzdem erfüllen sie noch einen Zweck.

Worum es geht: Es geht um Berlin, es geht um Entscheidungen, es geht um einen Wechsel der Wehwechen und um keinen Neuanfang. Ich werde Hamburg im Mai verlassen, nun ganz sicher und damit werde ich auch andere Dinge verlassen. Und Menschen, Menschen werde ich auch verlassen müssen.

Ich merke im Moment jeden Tag, wie schwierig es dabei ist, einfach weiterzugehen, sich nicht umzudrehen (obschon es darum ja gar nicht geht), zumindest aber so schnell gehen zu können, dass man nicht auf den eigenen Tränen und dem eigenen Rotz ausrutscht. Ich bin nicht gut darin. Als ich vor dreieinhalb Jahren nach Hamburg gezogen bin, war ich gerade aus meiner ersten psychiatrischen Klinik entlassen worden und hatte vier Wochen zuvor beschlossen, dass ich weder weiterhin Köln, noch weiterhin die Universität, noch weiterhin mich in Köln und in der Universität aushalten kann. Ich habe in vier Wochen meine sachen gepackt, mein Zimmer vermietet, mir ein Zimmer am Telefon in Hamburg gesucht, mir einen Job in Hamburg gesucht, habe niemandem Lebewohl gesagt und bin gegangen. Das war einfach, denn es gab überhaupt nichts zum Vermissen. Ich stand am Hamburger Hauptbahnhof mit drei Taschen und einem Kopf, der völlig leer war und einer Gier nach Atmen und Leben und Tanzen und Beben. Ich wollte etwas von Hamburg und dafür hatte ich alle Kraft der Welt.

Eine Woche, nachdem ich in Hamburg angekommen war, klingelte mein Telefon. Die Karnkenkasse rief an um mich daran zu erinnern, dass ich einen Anspruch auf eine ambulante, weiterführene Therapie hätte. Nach so einem Aufenthalt sollte ich das lieber machen, das sei wichtig. Das alles sprach eine sehr freundlich klingende Frau auf meine Mailbox, die sich angeschaltet hatte, nachdem ich gesehen hatte, wer da anruft. Ich löschte die Nachricht und dachte, dass ich mich um überhaupt nichts kümmern muss und dass diese Stadt, dass dieses Hamburg heilen wird, was es zu heilen gibt. Ich war zweiundzwanzig, ich war gierig und laut und gar nicht mehr leer, weil ich meine Tage vollgepackt hatte mit Koffern voller Erlebnisse und Eindrücke.

In den Jahren darauf habe ich die Nummer, die ich damals weggedrückt habe, noch sehr oft angerufen. Denn eine Stadt kann natürlich nicht heilen. Sie heilt genau so wenig wie Menschen oder Gesichter heilen können. Ich wollte das immer gerne glauben und ich habe es bis zum Schluss so sehen wollen, aber es ist ziemlich egal, wohin du deinen Kopf trägst: die Tränendrüsen nimmst du mit, die sind fest eingebaut.

Ich habe also hier gelebt. Ein Jahr lang. Nein, eineinhalb Jahre lang habe ich hier wirklich gelebt. Und dann? Dann habe ich damit aufgehört. Dafür gab es viele gute und einen sehr guten Grund, die alle dazu geführt haben, dass ich aufgehört habe, hier sein zu wollen. Bloß habe ich das nicht gemerkt. Ich bin weiterhin durch die Straßen dieser Stadt gelaufen und habe nach Gründen gesucht. Nach guten Gründen für ziemlich eklige Wahrheiten. Und wie das so ist, wenn man etwas, das im Innen kaputt ist, im Außen versucht zu flicken, ging das schief. So schief, dass ich erst vor ein paar Wochen gemerkt habe, dass es an der Zeit ist zu gehen. Und das hat einen Grund.

Dieser Grund ist nicht, wie damals, dass ich glaube, dass Berlin etwas besser machen wird. Ich glaube nicht mehr, dass Städte und Orte Wunden lecken können. Das einzige, das sie können, sind Fassaden sein, in denen man Verstecke bauen kann, wie tiefe Höhlen in Stein geschlagen. Aber nicht einmal danach suche ich. Sondern nach dem Gegenteil: Vielleicht mag es banal für den einen oder anderen klingen, aber ich glaube, dass der schwerste Abschied der vom eigenen Scheitern ist. Ich fühle sehr deutlich, dass in dieser Stadt die Mahnmale an den Rändern der Straßen stehen und dass es Zeit ist, sie nicht mehr ansehen zu müssen. Ich will hier nicht fort, weil ich irgendwo neu anfangen will, sondern einfach nur, weil ich hier fertig bin. Ich habe alles mit Hamburg gemacht, ich habe hier mehr erlebt, als ich erleben wollte und ich sehe dieser Stadt durch die Fenster der U-Bahn, der Wohnung, der Cafés zu und ich sehe nur: Erinnerungen. Und trotzdem ist es ein trauriger Abschied, einer von einer Zeit, die furchtbar war, furchtbar in so vielen Hinsichten, dass ich sehr lange darüber sprechen könnte. Das ist natürlich nicht die Schuld einer Stadt, sondern die Geschichte eines Menschen, aber manchmal geht man durch eine Stadt und findet an jeder Ecke einen stinkenden Haufen Erinnerung. Und wenn die ganze Stadt nur noch eine Gedanken-Giftmüll-Deponie ist, dann ist es vielleicht Zeit, zu gehen.

Bei all dem ist wunderlich, wie schwer so ein sich-verabschieden sein kann. Das liegt natürlich daran, dass nicht alles furchtbar war und nicht alles ihgitt und Deponie. Zum anderen liegt es aber auch daran, dass es manchmal sehr schwer ist, das loszulassen, was am meisten quält. Einfach, weil es das ist, was zu Hause geworden ist. Dabei ist es egal, ob das eine Krankheit, eine Stadt oder ein Mensch ist. Ich werde Hamburg vermissen wie einen Geliebten, wie einen Mann, mit dem ich schlimme jahre verbrachte, der trotz allem aber ziemlich gut dabei aussieht. Und der mich trotzdem dann und wann sehr glücklich gemacht hat. Zu oberflächlich? Nun gut: Ich werde diese Zeit hier vermissen, weil sie das war, was ich bisher kannte. Eine müde, traurige, trockene Zeit. Absurderweise habe ich Angst vor dem Menschen, der glücklich sein will, der sich austoben will, der tanzen will und der keine Angst mehr haben will. Und der das alles in einer neuen Umgebung erleben will. Warum ich Angst vor diesem Menschen habe? Weil dieser Mensch ich ist, aber der Teil, der jetzt erst kommen darf, der noch ganz neu, ganz unverbraucht, ganz infantil darauf wartet, endlich loslegen zu dürfen.

Vielleicht ist es also einmal eine Überlegung wert, sich zu fragen, ob nicht in jedem ein Teil steckt, der so viel besser ist, als die Scheiße, in der wir gerade stecken und ob wir nicht genau vor diesem Teil am meisten Angst haben. Weil wir überhaupt nicht (mehr) wissen, wie dieser Teil überhaupt funktioniert. Wie es ist, morgens ausgeruht aufzustehen, wie es ist, auszuatmen, sich wirklich zu freuen, entspannt zu sein, sich wirklich zu verlieben, gesund zu sein, richtig gutes Essen zu essen und so fort. Vielleicht ist genau das manchmal das Problem: Die Angst vor dem Abschied von dieser ganzen Kacke, die so schön gewohnt geworden ist, die so schön bewohnbar ist und die Angst vor dieser Möglichkeit, dass da hinten um die Ecke vielleicht das Glück wartet. Kitschig? Ja, total. Fühlt sich aber ziemlich gut an, dieser Gedanke. Vielleicht sollte man das mal ausprobieren. Ich mache das jetzt jedenfalls. Ich ziehe im Mai nach Berlin und ich habe unfassbar viel Angst und unfassbar viel Lust.

Guten Mittag.

Heute gibt es mal einen Informationspost aufgrund der Emails, die ich in den letzten Monaten bekommen habe und der sich wiederholenden Fragen. Ich finde, das ist eine gute Gelegenheit, sie vielleicht einmal alle hier gesammelt zu beantworten und im Anschluss die Möglichkeit zu geben (Kommentarfunktion) Fragen zu stellen, die ihr euch im besten Fall ja auch vielleicht gegenseitig beantworten könnt (stelle ich mir jetzt so vor), also dann mal los.

Kann man deinen Blog verfolgen? Oder abonieren?

Ja, das kann man. Und zwar indem man seine Email-Adresse in das dafür vorgesehene Kästchen auf der Startseite einträgt oder aber den/das Blog in den RSS Reader aufnimmt. Wie das geht, wird hier erklärt.

In welche Kliniken bist du gegangen? Wie heißt deine Therapeutin? Kannst du mir eine Klinik empfehlen?

Auf diese Frage antworte ich grundsätzlich nicht. Warum nicht? Aus zwei ziemlich guten Gründen. Erstens: Auch wenn das hier den Anschein macht, als würde ich alles über mich erzählen: Nein, mache ich nicht. Das hier ist nur ein Ausschnitt dessen, was mir täglich passiert. Zum Glück. Und dieser Ausschnitt ist auch noch thematisch gebunden. Wer glaubt, dass das anders ist, hat Internet und diesen Blog nicht verstanden. Würde ich jetzt erzählen, in welche Klinik ich gegangen bin oder wie meine Therapeutin heißt, wäre das in etwa so, als würde ich euch alle einladen, mal bei mir zu Hause vorbei zu kommen und zu gucken, wie ich so lebe. Der zweite Grund ist, dass meine Erfahrungen individuell sind und ich keine Ratschläge geben kann, welche Klinik oder welcher Therapeut zu wem am besten passt. Das ist eine elendige Sucherei (ich weiß), die aber leider jeder selber hinter sich bringen muss. Warum? Weil das leider Teil der ganzen Nummer ist.

Wie hast du gemerkt, dass du eine Depression hast?

Das habe ich nicht einfach eines Tages gemerkt. Diese Frage wird sehr häufig gestellt und die meisten, die sie stellen quälen sich mit der gleichen Unsicherheit, wie ich mich jedes verdammte Mal. Und jedes Mal frage ich mich wieder: Ist das jetzt ein schlechter Monat oder sind das schon Warnzeichen? Bist du jetzt einfach zu emotional (oder zu kalt) oder ist es jetzt Zeit, wieder mit den Medikamenten anzufangen? Und jedes Mal wieder warte ich zu lange, gehe sehr spät zum Arzt, glaube bis zum Schluss nicht, dass es wieder da ist, sondern, dass es gerade eben nur nicht so gut läuft. Ich merke es also oft selber gar nicht, sondern meistens mein Umfeld, die mit den Jahren gelernt haben, die Warnzeichen zu erkennen. Im Zweifel glaube ich: Besser zu früh zum Arzt, als immer so lange (so dämlich) zu warten, wie ich. Im Grunde bin ich genau so überfordert, wie jeder von euch, der mich das fragt und völlig verunsichert ist. Ich kann mich nicht selber diagnostizieren.

Woher nimmst du den Mut, dich so offen darüber auszudrücken?

Gar nicht. Ich brauche dafür keinen Mut. Ich mache das einfach. Ich mache es gern und ich mache es. Die vierte Wand steht ja. Ich sehe ja nicht jeden einzelenen, der das liest. Und das ist die Wahrheit und wie Internet funktioniert. Die einzigen Momente, in denen ich wirklich Luft holen muss, um weiterzuschreiben sind die, in denen merkwürdige Dinge gesagt werden. Nämlich:

Machst du das nur, um damit berühmt zu werden?

Ja. Mache ich. Ich wollte schon immer mal berühmt werden als Depressive, die darüber schreibt. Ein Traum. Ein Kindheitstraum sozusagen. Ich meine, ich kann mir gar nichts besseres vorstellen, als meine Zeit in beschissenen Kliniken zu verbringen. Im Grunde aber eine amüsante Frage (die häufiger gestellt wird), weil sie ja impliziert, dass ich tatsächlich kalkuliert habe, dass drueberleben überhaupt das Potential hat, so einen Status zu erlangen. Das ist natürlich Unfug und die Antwort lautet natürlich nein, denn:

Womit verdienst du eigentlich dein Geld?

Mit dem Schreiben. Und nein, nicht mit dem Schreiben von drueberleben, sondern mit dem Schreiben von Texten für Magazine und so fort. Im Moment schreibe ich gerade mein erstes eigenes Buch, vorher sind Texte von mir in Anthalogien und Sammlungen erschienen. Und ja, davon kann man leben, unglaublich, aber wahr.

Was passiert, wenn es dir besser geht?

Ich mache weiter. Ich kaufe mir ein Eis. Ich erzähle euch davon. Ich freue mich wie irre. Jetzt zum Beispiel.

Nimmst du noch Medikamente? Sind die empfehlenswert?

Prinzipiell ist das so eine Sache, die sich nicht anders verhält, als die Nummer mit der Klinik. Ich kann keinem raten, bestimmte Medikamente zu nehmen. So etwas muss ein Arzt entscheiden. Mit Grauen sehe ich in bestimmten Medizinportalen (im Gegensatz zu Foren, in denen meistens wenigstens noch ein bisschen differenzierter Auskunft gegeben wird, wie zum Beispiel hier, ein sehr empfehlenswertes Forum übrigens), wie dort von Medikamenten abgeraten wird oder sie im Gegenteil unbedingt angeraten werden – ausschließlich auf Grundlage der eigenen Erfahrungen. DAS ist keine gute Idee, Freunde. Bessere Idee: Zum Arzt gehen. Der weiß das definitiv besser, als Ursel23, die mal eben von sich auf alle anderen schließt. Ich nehme übrigens Paroxetin.

Darf ich dich verlinken?

Bist du ein Nazi, ein Pharmakonzern oder ein Idiot? Nein. Ansonsten: gerne und sag auch gerne Bescheid.

So und nun noch eine Sache zum Schluss: Auch, wenn ich manchmal nicht sofort dazu komme, zu antworten oder sogar manchmal gar nicht: Ich freue mich unfassbar über jede nette Email, über all die Hinweise und Kommentare. Ich war in den letzten Monaten sehr oft so gerührt und habe mich furchtbar darüber gefreut, wie viel Mühe sich manche von euch mit den Emails gemacht haben. Danke!

Und jetzt ihr!

Würde ich jetzt, jetzt in diesem Moment einfach meine Koffer packen, dann würde ich diesen Strand mitnehmen, im Regen, im Matsch, wie er da so liegt und hässlich aussieht und deshalb genau richtig ist. Die Schuhe, die jetzt undicht sind. Den Käse. Sechs Bücher. Den Computer und zwei Telefonnummern. Keinen einzigen Brief. Sieben Kleider, fünf Strumpfhosen, vier Jacken, einen Pullover, zwei T-Shirts und eine Hose für schlechte Tage. Keine Bilder. Keine Notizbücher, keine Kalender, keinen Zettel mit Nachrichten. Ich würde die Lampe mitnehmen und den Bettbezug und das Kissen auch und den leeren Rahmen, in den kein Bild passt. Ich würde die Blumen mitnehmen und das Gemüse im Kühlschrank und die Tabletten und die würde ich gleich an der Ecke in den Mülleimer werfen. Ich würde den roten Lippenstift mitnehmen und den Hammer und das Parfum und die Pumps. Keine Entlassungspapiere, keinen einzigen Arztbrief, keinen einzigen Überweisungsschein, kein Wort davon.

Würde ich jetzt meine Koffer packen, dann würde ich den Rest einfach einlagern, in einem großen Container und behaupten, dass ich zurückkomme, jaja, ich hole das irgendwann ab und mich nicht umdrehen, damit niemand sieht, wie sehr ich lachen muss darüber.

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Eine Liste an Dingen, die ich dalassen würde:

Das Gefühl am Morgen danach / Die hässliche Tasse / Die alten Briefe / Die alten Bilder / Die tausend Bücher / Die Kiste voll Erinnerungen / Die kleinen Zettel voll Pathos und pathologischer Idiotie / Das Netz / Die Jacken / Die Schuhe / Das Bein / Die Platten / Der White Russian ohne Eis / Dieses eine Wochenende / All diese Wochenenden / Das Gefühl von Besitz / Den Besitz von Gefühlen

Wenn “würde” “ist” wäre, dann stünden tausend Container voller Erinnerungen von Leuten am Hafen herum und würden darauf warten, abgeholt zu werden. Am Ende packt man aber keine Koffer, sondern sich meistens nur an den Kopf. Wie jammerschade eigentlich.