Was soll man sagen, wenn einem die Worte aus dem Mund fallen wie zäher Kaugummi dessen eines Ende noch an der Lippe hängt, während das andere schon beinahe den Boden berührt. Was soll man da sagen. Was soll man sagen, wenn man sich plötzlich an einem Ort wiederfindet, an dem man sich gar nicht vermutet hatte und an dem man auch gar nicht gedacht hatte, als man gesagt hat: Es wird schon alles gut werden! Was soll man da sagen, wenn man in den Spiegel einer Nasszelle schaut und mehr müde als anwesend erkennt, mehr bitte als danke und wenn man sich zuwinkt in dem Versuch, sich so lange selber Hallo zu sagen, bis man wieder weiß, wo man steht, weil man der Antwort ja nur folgen muss.

Was soll man machen, wenn man immer nur Knöpfe drücken muss, aber keine Ahnung mehr hat, in welches Stockwerk man eigentlich fahren wollte. Was soll man machen, wenn die Angst größer ist, als der Verstand und wenn du ihn nur noch nachts ganz heimlich siehst, diesen Verstand, der dich mal über den Tag gerettet hat, aber keine Warnweste mehr trägt, sondern nur noch eine Clownsmaske.

Was rufst du dann in den Nächten?
Was sagst du dann am Telefon?
Wem erklärst du das?
Erfindest du Ausreden?
Lügst du?
Sagst du die Wahrheit, wenn einer fragt?
Sagst du die Wahrheit, wenn keiner fragt?

Du entscheidest dich für Tor 3: Ja, hallo ich bins, ja, ich bin in der Klinik, ja, ist total toll hier, ja, alles ist super, nein, ja, nein ja nein ja nein ja ja aja aja ajajajajajajajajajaja nein neien jaja ajaheeisne mekcbdfk.
Am Ende sagst du deinen Satz, den mit “Keine Sorgen machen” und lachst ein bisschen in dich herein und dann auch ein bisschen lauter, das darfst du ja hier. Nein, du möchtest keine Blumen, aber gerne Schokolade, nein, du möchtest nicht erzählen, warum, aber gerne fragen, wie es weitergeht.

Was du dir wünschst, passt in zwei Sätze und einen Koffer. Auf jeden Fall aber in eine Wohnung. Was du dir wirklich wünschst, das klingt so viel banaler als der Code der Gedanken es für möglich hält. Du würdest gerne springen, aber nicht so wie die anderen, du würdest gerne einfach mal die Luft anhalten, die Beine rennen lassen, die Arme hochwerfen und dann der Sprung, der Moment in der Luft und dann die weiche Matratze, die sich Leben nennt und dein glückliches Lächeln, weil du endlich wieder gelandet bist auf dem Boden der Tatsachen. Unverletzt und mit den Taschen voll Milch und Honig in einem Moment voller Irrsinn. was du meinst: Du würdest gerne zurückkommen, du wärst gerne wieder da, du hättest gerne genug Mut zum Springen über deine Klippen aus Angst und Ekel und Apathie, damit du auf dem Boden springst und nicht fällst und damit du dir dabei nicht alle Knochen brichst stehst du da und siehst den Kaugummiworten zu und wartest. Du wartest einfach. Auf bessere Zeiten, auf den richtigen Moment zum Sprung und darauf, dass alles besser wird. Weil es immer besser wird. Geschworen.





