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Archiv für den Monat Oktober 2011

 

So ist das also nun jetzt. Da steht einer und sagt: Das ist ja nicht so gut. Da steht eine und sagt: Na, was denn? da steht einer und sagt: Hier, der Verdacht und bitte.

Nach vielen, vielen Schmerzen und schlaflosen Nächten, macht der Körper, was er will. Streiken will er und das ganz deutlich. Macht den Arm taub, die Finger steif, die Augen umbeweglich und zwischen Heiß und Kalt kann der rechte Arm schon gar nicht mehr unterscheiden. Und dann der Verdacht. Auf dem Überweisungsschein steht “Ausschluss ED”, was heißt: Stecken Sie dieses Mädchen in ein MRT und schließen Sie bitte aus, dass es MS ist.

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Im Moment erscheinen viele Bücher (oder sind erschienen) zu dem Schlagwort “Generation”. Meistens handeln diese Bücher von Angst, von Orientierungslosigkeit oder Gefahren. Niemand schreibt: Alter, ist meine Generation geil. Warum eigentlich nicht?

Da plätschert es dahin, dieses Gefühl, dass noch etwas passieren muss, jetzt, jetzt sofort. Ich sitze an meinem Schreibtisch, es ist zehnuhrdreißig, neben mir eine To-Do Liste, vor mir ein Kalender, ein Computer und das Geplärre des Email-Posteingangs. Sie haben tausend neue Nachrichten. Die meisten dieser Nachrichten beinhalten die Aufforderung jetzt, JETZT SOFORT etwas zu kaufen, das ich JETZT SOFORT haben wollen soll und das JETZT SOFORT in mein Leben passt, weil jemand das rausgefunden hat. Amazon zum Beispiel, oder Zalando, oder H&M oder Groupon, nein die nicht, die beiten einem immer alles an, nur nicht das, was man gerade braucht, aber auf jeden Fall noch DIE ZEIT, die Süddeutsche und Lieferando fragt auch gleich mal, wie ich mein Essen fand, beschissen fand ich das, weil selber kochen immer das Gegenteil von Lieferdienst ist, aber jetzt soll ich das auch noch bewerten und wenn ich dahin schreibe, was ich gerade sagte, wird der Kommentar gleich gelöscht, ALSO WARUM FRAGT IHR DANN!

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Wie bin ich gestrickt? Bin ich aus Angst, aus Zorn, aus Kampf, aus Liebe, aus Windpocken, aus Kratzen, aus Narben, aus Kaffee, aus goldenen Bilderrahmen voller Gedanken, an die sich keiner erinnern kann, nicht mal ich? Bin ich aus Seide, aus Wolle, aus Milch, aus Kampf, aus Dunkelheit, aus Plexiglas und Wachtürmen? Bin ich aus mir, aus dir, aus allem, aus gar nichts, das nicht ist, weil nichts nicht sein kann? Bin ich aus Dürfen, aus Können, aus Wollen, aus Dürftigkeiten oder Schreibmaschinenpapier? Bin ich der Fuchs oder das Ende der Welt, oder der Bau, die Höhle, die Kluft, die Schranke? Bin ich ein Flickenteppich aus all dem, eine Patchworkdecke aus Wahrscheinlichkeiten? Gebe ich mir selber eine Überschrift, oder schreibe ich gleich das Ende hin, ende ich gleich beim Hinnehmen, beim Treffen der Wahrscheinlichkeit?

 

 

Determinismus: Ich gehe in den Wald, ein Vogel fällt vom Baum, also kann ich davon ausgehen, dass ab jetzt jedes Mal ein Vogel vom Baum fällt, wenn ich in den Wald gehe. Richtig? Nein.

Das glauben wir nicht, schließlich sind wir ja vernünftig und basteln uns unseren Determinismus, wie er uns gefällt: Unser Gehirn sortiert ganz automatisch und im Rückblick auf Erfahrungen, Werte, Werteinschätzungen usf., was in Schubladen passt und was nicht. Einfacher ausgedrückt: wir müssen davon ausgehen, dass uns Atmen am Leben hält, dass der Typ da neben uns auch morgen noch unser Freund ist und dass wir wir sind, dass wir Essen kaufen müssen, um Nahrung aufzunehmen, die uns am Leben hält, dass man mit Geld bezahlen kann und so weiter. Von diesen Dingen gehen wir aus, ganz automatisch und unterbewusst, denn sonst müssten wir an jedem einzelnen Tag alles aufs Neue überprüfen, was einer täglichen Neugeburt gleich käme und sicherlich spannender klingt, als es dann letztendlich ist.

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